gatnnossgnihcsaF - 02.03.2025 - Faschingssonntag

Feldkirchner Faschingspredigt 2025
Himmel, Herrgott, Sakrament – das Buch von einem Münchner Pfarrer-Kollegen (Rainer Maria Schießler) ist ein Bestseller geworden. Darauf aufbauend hat das Bayerische Fernsehen eine gleichnamige Serie gestartet von der inzwischen eine Fortsetzung angekündigt worden ist.
Himmel, Herrgott, Sakrament – das wären eigentlich drei schöne Punkte für die Predigt. Nix da - ich beschränke mich auf die Sakramente! Ich lade jetzt zu einem ernst-heiteren Pilgern durch die 7 Hoffnungszeichen der Kirche ein. Meine Faschingspredigt ist auch so etwas wie ein warm-up für die 9 outdoor Gottesdienste, die 2025 den Sakramenten gewidmet sind…
Eines dürfen wir freilich hier im Pfarrsaal nicht vergessen – das Wahrzeichen von Feldkirchen, unsere Pfarrkirche! Sie wird in diesen Monaten innen renoviert: Der Altarraum, das Hauptschiff und die Seitenschiffe bekommen gerade einen frischen Anstrich. Das hat sich dieses gute alte Haus längst verdient! Weil wir hier gewiss alle ein HERZ für UNSERE Pfarrkirche haben, bitte ich darum, dass wir unser gutes altes Flaggschiff hochleben lassen. Ich habe dazu den Refrain vom Lied „Das alte Haus von Rocky Docky“ (Bruce Low) umgeschrieben. Der Text liegt auf den Sesseln auf. Singen wir gleich gemeinsam:
Das Haus Gottes in Feldkirchen hat vieles schon erlebt, kein Wunder, dass es schimmelt, ein Wunder, dass es noch steht. Feldkirchens Schifflein Petri sah Angst und Freud und Not. Es wartet schon so lange aufs neue Innen-Boot.
1.
Am Anfang unseres Pilgerweges steht die Taufe. Sie ist in der Kirche aller guten Dinge Anfang! Bei der Taufe muss ich immer wieder erklären, dass die Täuflinge nicht auf ihren Namen sondern auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes getauft werden! Gott sei Dank, denn manchmal kommen die Leute schon mit sonderbaren Namen daher. Unlängst musste ich wieder bei einer Mutter nachfragen: Sie wollen Ihren Sohn Axel nennen? Wollen Sie das wirklich, Frau Schweiß?
Unser designierter Weihbischof ist als Militärseelsorger mit einer Gruppe von KFOR-Soldaten in Pristina brav zu einem Sonntagsgottesdienst gegangen – und das, obwohl niemand Albanisch verstanden hat. Gegen Ende der Feier ist in der Reihe vor ihnen ein Mann aufgestanden. Weil sie gedacht haben, dass jetzt die Messe zu Ende ist, haben sie sich auch erhoben - mit dem Resultat, dass plötzlich alle in der Kirche laut gelacht haben. Der zelebrierende Priester hat Johannes Freitag und die Soldaten rasch in englischer Sprache aufgeklärt, dass jetzt noch eine Taufe der Sonntagsmesse folge. Und er habe gerade darum gebeten, dass der Vater des Kindes sich erheben soll…
Ein Pfarrer wird zum Bischof zitiert, weil er einen Hund getauft haben soll. Das gibt der Pfarrer auch zu, erklärt aber die besonderen Umstände – wie wichtig der älteren Dame ihr Vierbeiner Felix sei. Zudem sei sie eine treue Kirchgängerin und unterstütze die Pfarre immer wieder – unlängst habe sie die Kosten für die Renovierung des desolaten Marienaltares übernommen, immerhin € 10.000,--! Da wird der Bischof nachdenklich und sagt zum Pfarrer: „Na gut, dann habe ich nur noch eine Frage: Ist der Hund Felix auch schon gefirmt?“
Fundraising nennt man das – oder wie der Volksmund sagen würde: Ohne Göd ka Musi! Es geht also um etwas, was wir auch in Feldkirchen zurzeit bitter nötig haben. Gut, dass wir da den Hans Perstling haben, diesen schlauen Fuchs, Strategen und Theologen. Er wird beim Sammeln von Spenden immer wieder mit der Frage nach möglichen Gegengeschäften konfrontiert. Das hört sich dann so an: „Wenn ich dir € 500,-- gebe, komme ich dann in den Himmel?“ Antwort von Hans Perstling: „Versprechen kann ich’s nicht – aber ein Versuch ist es schon wert!“
Höchste Zeit wieder unsere Kirchen-Hymne anzustimmen: Das Haus Gottes in Feldkirchen…
2.
Die Brücke zur Firmung schlägt folgende Anekdote: Manche wissen ja, wie sehr wir von Zeit zu Zeit auf unseren Friedhöfen von Ratten und Wühlmäusen heimgesucht werden. Da habe ich einen Kollegen gefragt: „Wie bist du denn eigentlich Herr über die Mäuse- und Rattenplage auf eurem Friedhof geworden?“ Seine Antwort: „Ja, da habe ich tatsächlich was gefunden, was immer hilft – ein echtes Wundermittel: Du musst sie einfach nur firmen – und schon sind sie weg!“
Auch bei der Firmung spielen die Paten eine wichtige Rolle. Paten sollten sich aber von ihren pubertierenden Patenkindern nicht zu sehr unter Druck setzen lassen. Da gefällt mir, wie eine Patin ihrem Patenkind Paroli geboten hat: Im Brief ans Patenkind schreibt sie: „Anbei sende ich dir die erbetenen € 10,--. Gleichzeitig möchte ich dich auf einen Schreibfehler aufmerksam machen: 10 schreibt man mit einer Null und nicht mit zwei!“
Es ist wieder Zeit für unsere Kirchen-Hymne: Das Haus Gottes…
3.
Dritte Station auf unserem Pilgerweg durch die Sakramente ist die Beichte: Der Beichtstuhl ist für uns Priester das, was für die Jäger der Hochsitz ist. Wir nennen den Beichtstuhl deswegen gerne den „Horchsitz“! Horchen wir kurz in den Horchsitz rein:
Ein gut 80 Jahre alter Mann kommt zur Beichte. „Ich habe mit einer 20jährigen geschlafen!“ Antwort des Pfarrers: „Du sollt hier beichten und nicht angeben!“
Eine Ur-Oma im Beichtstuhl: „Herr Pfarrer! Ich habe einen jungen Mann verführt!“ Darauf der Geistliche: „Gute Frau! Ich glaube ihnen ja fast alles, aber das glaub ich ihnen wirklich nicht!“ Worauf sie kleinlaut sagt: „Na ja, es ist schon über 60 Jahre her – aber ich beichte es halt noch immer gerne!“
Verschwiegenheit und Diskretion sind in der Kirche nicht nur bei der Beichte wichtig. Ein Bischof besucht ein Kloster und sieht eine hübsche junge Nonne, die einen Kinderwagen schiebt. Leicht irritiert sagt er zur Mutter Oberin: „Na, da haben Sie mir wohl etwas verschwiegen. Das ist aber ein süßes Klostergeheimnis!“ Worauf die Oberin erwidert: „Irrtum, Exzellenz. Das ist kein Klostergeheimnis. Das ist ein Kardinalfehler!“
Ein junger Mann beichtet, dass er gegeigt habe. Der Pfarrer sagt, dass das keine Sünde sei und entlässt ihn mit Segen aber ohne Buße. Wieder kommt ein Mann zur Beichte und sagt, dass er gegeigt habe. Auch ihm sagt der Pfarrer, dass das nicht wirklich eine Sünde sei. Er erteilt ihm den Segen ohne Buße. Das wiederholt sich noch zweimal.
Dann kommt eine junge Frau und beichtet: „Ich habe mich geigen lassen!“
Da stürmt der Pfarrer aus dem Beichtstuhl und schreit: „Stopp! Das ganze Streichorchester noch einmal zurück zu mir!“
Zeit ist es wieder für unsere Kirchen-Hymne: Das Haus Gottes…
4.
Damit sind wir beim Sakrament Ehe angekommen, das sich Mann und Frau ein Leben lang spenden:
Bei Trauungen mit einer Messe ist nach wie vor die Schubertmesse hoch im Kurs. Freilich werden von Mann und Frau die Lieder der Schubertmesse vor einem recht verschiedenen Hintergrund ausgewählt. Der Bräutigam weiß nicht so recht, wie ihm geschieht. So singt er: Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken? Die Braut dagegen kann von Herzen und voll Freude singen: Wem künd’ ich mein Entzücken, wenn freudig pocht mein Herz?
Zum Schluss gibt sich der Bräutigam geschlagen. Er singt: Im Frieden lasst uns gehen, das Opfer ist vollbracht! Die Braut ganz selig und entzückt: Herr, du hast mein Fleh‘n vernommen, selig pocht’s in meiner Brust.
Mir war es ja schon immer verdächtig, dass die Braut ganz in Weiß erscheint, der Bräutigam dagegen in Schwarz…
In der Hochzeitsnacht sagt der junge Ehemann zu seiner Frau: „Übrigens, ich bin oft grundlos eifersüchtig!“ „Macht nichts“, antwortet sie und lächelt: „Auf mich wirst du nie grundlos eifersüchtig sein!“
Die Ehe und damit auch der Ehebruch sind in allen Religionen und Kulturen ein Thema. Ein Rabbiner hat sich darüber geärgert, dass immer weniger Leute mit dem nötigen Wissen und Respekt die Synagoge betreten. Deswegen hat er an der Tür ein Schild angebracht mit folgendem Text: „Das Betreten der Synagoge ohne Kopfbedeckung ist ein dem Ehebruch vergleichbares Vergehen!“ Am Tag drauf stand darunter: „Hab‘s probiert – kein Vergleich!“
Singen wir wieder unsere Kirchen-Hymne: Das Haus Gottes…
5.
Auf unserer Pilgerreise kommen wir zur heiligen Messe mit ihren zwei großen Teilen: Wort-Gottes-Dienst und Eucharistie-Feier.
Am Beginn ein paar biblische Binsenweisheiten, die mir unser Religionsprofessor und Vorsitzende des PGR Daniel Dakhili für den Tisch des Wortes serviert hat:
Die Tochter des Pharao hat sich den Mose aus dem Nil geangelt.
Egal wie viel du teilst – Mose teilt Meer!
Die Posaunen von Jericho waren in D-Moll gestimmt, denn sie haben alles demoliert.
Gib es in der Hölle Betten? Nein, denn der Teufel schläft nie!
Gibt es Mücken, Fliegen oder Gelsen in den Kirchen? Nein, die sind ja Insekten (in Sekten).
Einmal hat ein Pfarrerkollege zum Beginn der Messe einen Brief bekommen, in dem nur ein einziges Wort gestanden ist: Blödmann! Der Pfarrer ist am Schluss der Messe darauf eingegangen: „Komisch, es kann schon einmal passieren, dass jemand einen Brief schreibt und den Absender vergisst. Aber heute habe ich Post bekommen, da ist auf den Brief vergessen worden – nur der Absender stand drauf – ‚Blödmann‘!“
Ein Priester ist wegen Erschöpfung in eine Spezial-Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie gekommen. Eine der ersten Fragen, die ihm gestellt wurden, war: „Reden Sie im Schlaf?“ Seine ehrliche Antwort: „Nein, im Gegenteil! Ich rede, während andere schlafen!“
Zum Zweiten, zum Tisch des Brotes: Eucharistie und Brot gehören ja ganz eng zusammen, so wie das Vater Unser und die Bitte um das tägliche Brot. Ein Vertreter von Coca Cola ist bei P. Franziskus vorstellig geworden und hat € 100.000,-- dafür geboten, dass in Zukunft beim Vater Unser gebetet wird: „Unser tägliches Cola gibt uns heute!“ Der Papst hat das Angebot natürlich abgelehnt – auch noch als der Vertreter € 500.000,-- und dann sogar € 1.000.000,-- geboten hat. Schließlich erhöht er auf sage und schreibe € 10.000.000,--!
Da zögert der Papst etwas und ruft den Sekretär zu sich. Er fragt ihn: „Weißt du denn, wie lange unser Vertrag mit den Bäckern noch läuft?“
Die Kirche und das liebe Geld - das erinnert mich an unsere Pfarrkirche und an unsere Hymne ihr zu Ehren: Das Haus Gottes…
6.
Die Krankensalbung ist genau das, was sie ist: Eine Salbung der Kranken und eine große Bitte an Gott um Heil und Heilung! Auch die Bitte um Vergebung aller Sünden ist damit eng verbunden. Roswitha Scharl hat versucht, den Minis die Krankensalbung zu erklären: Wer weiß denn, warum die Kranken mit Öl gesalbt werden? Gar nicht so schlechte Antwort einer Ministrantin: Vielleicht, damit der Teufel ausrutscht?!
Ausgerutscht ist ein Betrunkener und liegt jetzt im Straßengraben. Zufällig kommt ein Priester vorbei. Er meint einen Sterbenden vor sich zu haben und fragt ihn: „Wünsche Sie die letzte Ölung?“ Lallt vollfett der Betrunkene: „Um Himmels willen – jetzt bloß nichts Fettiges mehr!“
In der Oststeiermark – damals noch politisch ganz schwarz – liegt ein betagter ehemaliger ÖVP-Gemeinderat im Sterben. Er ruft den Pfarrer. Nach der Krankensalbung hat er noch einen Wunsch: Herr Pfarrer, helfen Sie mir, dass ich noch rasch in die SPÖ eintreten kann! Darauf ganz erstaunt der Pfarrer: „Aber wieso denn? Sie sind doch ihr ganzes Leben lang bei der ÖVP gewesen!“ Darauf der Sterbende: „Das schon, Herr Pfarrer. Aber mir wär‘s halt lieber, wenn ein Roter stirbt und kein Schwarzer!“
Unsere Kirchen-Hymne ist wieder angesagt: Das Haus Gottes…
7.
In der Kirche gibt es nicht zuletzt den sog. Ordo, das Sakrament der Weihe mit den drei Stufen: Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe.
Gerne wird bei der Gelegenheit nach Unterschieden zwischen katholischen und evangelischen gefragt! Weiß jemand, wieso die evangelischen Geistlichen meist dünner sind als die eher rundlichen katholischen? Hier ein Erklärungsversuch: Kommt der evangelische Geistliche abends heim, schaut er in den Kühlschrank – nichts drin, also geht er ins Bett. Kommt der katholische heim, schaut er ins Bett – nichts drin, also geht er zum Kühlschrank.
Pfarrer Alois Wonisch habe ich einmal als Referent bei der österreichischen Pastoral-Tagung in Wien Lainz erlebt. Natürlich hat er bei seinem Referat über das gemeinsame Leben im Pfarrhof mit einer Familie erzählt und auch ein paar Witze eingestreut. Einen Klassiker von ihm darf ich hier in Erinnerung rufen:
Die Pfarrhaushälterinnen treffen sich jährlich im Priesterseminar. Da bleibt es nicht aus, dass sie auch über ihre Pfarr-Herrn reden und ein wenig prahlen. Maria Gölles tritt auf den Plan und sagt: „Bei uns in Feldkirchen reden alle, wenn sie den Herrn Pfarrer sehen, nur vom „Herrn Monsignore!“ Eine Kreuzschwester, die bei Bischof Egon in der Küche arbeitet, kontert: „Wenn unser Herr Bischof in die Stadt hinaus geht, dann grüßen ihn die Leute alle mit „Seine Exzellenz!“ Da kann die Haushälterin von Pfarrer Wonisch nicht still bleiben. Sie sagt: Wenn unser Luis in Kalsdorf unterwegs ist dann rufen alle nur: „O Gott, o Gott!“
Ein Papst-Witz muss abschließend schon noch sein. In den Fürbitten beten wir ja für seine Gesundheit. Papst Franziskus hat ein besonders herzliches Verhältnis zum Oberrabbiner in Rom. Sie treffen sich öfters, wobei freilich beim Essen die Sache nicht so ganz leicht ist! „Riccardo! Das möchte ich noch erleben“, sagt Franziskus bei einem Abendessen, „dass du auch einmal so einen herrlichen Schweinsbraten essen darfst!“ Antwortet der Oberrabbiner: „Francesco! Sehr gerne – bei deiner Hochzeit!“
Damit beenden wir unsere ernst-heitere Pilgerreise durch die Sakramente – aber nicht ohne unserer Pfarrkirche noch einmal singend die Reverenz zu erweisen:
„Das Haus Gottes…
Pfarrer Edi Muhrer